UX-Methodik in einem
Enterprise-Projekt verankern
Ein großes Versicherungsunternehmen. 8 interdisziplinäre Teams. Über 100 Beteiligte. Nutzerzentriertes Arbeiten nicht nur einführen – sondern dauerhaft verankern.
Das Projekt und meine Rolle
Das Projekt sollte eng an den Bedürfnissen der Nutzenden entwickelt werden – die Teams mit UX-Methodik und agiler Arbeit vertraut machen und Erkenntnisse zurück ins Unternehmen tragen.
Meine Rolle umfasste den gesamten UX-Prozess: von der ersten Nutzendenforschung über Design Sprints und Prototypen bis zu Usability Tests und dem Aufbau eines unternehmensweiten Design Systems.
Nutzungskontext verstehen
Neben Marktanalysen und internen Erkenntnissen wurde ein Kundengremium zur gewünschten Kommunikation mit dem Versicherer durchgeführt.
Ich habe Anforderungen, Annahmen und Hypothesen erarbeitet und eine Umfrage mit n=494 Teilnehmenden erstellt. Die Ergebnisse flossen direkt in die Priorisierung der Kommunikationswege und die Portalentwicklung ein.
E-Mail bleibt der bevorzugte Kanal – Apps, Messenger und Live Chat gewinnen deutlich. Das Portal wird vor allem für Vertragseinsicht und Datenpflege gewünscht.
User Story Map
In einem Projekt mit wechselnden Beteiligten, verschiedenen Rollen und hoher Fachlichkeit entstehen Wissensinseln. Die User Story Map habe ich kontinuierlich gepflegt – als gemeinsame Referenz für alle Teams.
Konzepte und Entwicklungsstände konnten anhand der Map gemeinsam besprochen werden. Abhängigkeiten zwischen Nutzenden, Portalen und Teams wurden sichtbar – Abstimmungen dadurch einfacher.
Design Studio & Design Sprint
Teams die an einem Design Sprint teilgenommen haben, entwickelten ein deutlich besseres Verständnis von UX. Kommunikation und rechtzeitige Einbindung verbesserten sich spürbar – der direkteste Weg zur Verankerung.
Wireframes & Prototypen
Von groben Scribbles bis zu detaillierten Figma-Prototypen – je nach Komplexität enge Abstimmung oder direkte Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsteam. UI-Design und Entwicklung wurden früh eingebunden.
Dokumentation in Confluence, direkt in Figma und in Storyboard. Generelle Interaktionsprinzipien wurden als Best Practice herausgearbeitet.
Frühe Einbindung von Entwicklung verhindert teure Nacharbeiten. Die dokumentierten Interaktionsprinzipien wurden zu einem unternehmensweiten Standard.
"Good enough for now,
safe enough to try"
Ziel war zunächst ein möglichst schneller MVP. Erste Ideen wurden ohne Perfektion zum Laufen gebracht – mit dem expliziten Plan, frühe Konzepte später zu überarbeiten oder zu verwerfen.
Am Anfang gab es nur einen Tarif, der später auf Basis des beobachteten Kaufverhaltens auf drei Tarifstufen ausgeweitet wurde. Navigation, Preisanzeigen und Texte wurden kontinuierlich durch Nutzendentests und Analytics optimiert.
Geschwindigkeit und Lernbereitschaft als Prinzip. Frühe Versionen ermöglichen echte Daten, die bessere Entscheidungen ermöglichen als monatelange Spezifikation.
Informationsarchitektur
Im komplexen Umfeld von Enterprise-Systemen und verwobenen Versicherungslandschaften ist es die Aufgabe, den Überblick zu behalten. Personas wurden zeitlich in den Prozess eingeordnet, die Map regelmäßig aktualisiert.
Informationsarchitektur ist kein einmaliges Deliverable – sie veraltet schnell und muss kontinuierlich gepflegt werden, um ihren Wert zu behalten.
Nutzendentests
"You are not the User" – dieses Prinzip wurde von Anfang an in die Teams getragen. Schon frühe Prototypen wurden mit echten Nutzenden getestet.
Ich habe Hypothesen erarbeitet, Leitfäden entwickelt, Tests moderiert, Erkenntnisse dokumentiert und Quick Wins analysiert.
Die Tests die nicht der Erwartung entsprachen hatten die schönsten Lernkurven. Unerwartete Ergebnisse haben das Thema UX und die Zusammenarbeit weiter gestärkt.
Design System –
Wiederverwendbarkeit herstellen
Zum Projektstart gab es keine Design-Grundlagen. Für schnelle agile Entwicklung wurde ein eigenes Design System aufgebaut – Lösungen iterativ erarbeitet, mit Entwicklern abgestimmt und in Storybook dokumentiert.
Nach Etablierung im Projekt unternehmensweit geteilt und durch ein eigenes Design System Team weiterentwickelt.
Von der ersten Komponente bis zur unternehmensweiten Übergabe. Das Design System wurde zur gemeinsamen Sprache zwischen Design und Entwicklung.
Was ich mitgenommen habe
Nicht durch Überzeugungsarbeit – sondern durch gemeinsame Erlebnisse. Design Sprints waren das wirksamste Mittel.
Story Maps, IA-Dokumentation und Interaktionsprinzipien sind keine Kür – sie sind das Fundament.
Die Ergebnisse die nicht der Erwartung entsprachen hatten die größten Lernkurven – für mich und die Teams.
"Good enough for now" ist keine Qualitätsfrage – es ist eine strategische Entscheidung für Lerngeschwindigkeit.
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Das vollständige Portfolio mit Figma-Screens, Wireframe-Iterationen und weiteren Details teile ich gerne persönlich – NDA-konform und auf Anfrage.
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